Facebook ist gefährllich. Ebenso wie diese andern sozialen Medien oder wie das heißt. Ich weiß das. Was ich nicht weiß ist, warum Facebook so gefährlich ist. Weil, höre und lese ich, Facebook meine Daten speichert. Klar, deshalb gebe ich sie ja ein. Ich will mich ja immer wieder finden und nicht mit einer dieser vielen, viel jüngeren Janines verwechselt werden.
Aber warum dann? Weil das Internet NIE vergisst. Nun gut, könnte ich sagen, wenigsten jemand, der mich nicht vergisst. Aber damit werde ich der Ernsthaftigkeit der Situation nicht gerecht.
Das war albern. Entschuldigung. Wenn ich über Facebooks spreche - ich wage gar nicht, bei den Freunden meines Alters auch noch meine Blogs, Twitter, Xing, Google etc. zu erwähnen, dann werden die Gesichter meiner Freundinnen und Freunde ernst. Natürlich gibt es auch Gesichter, die dann abschätzig gucken, denn Facebook ist nicht nur gefährlich, sondern Facebook und vor allem die Nutzung von Facebook ist auch oberflächlich. Ihr wisst schon, ein ERSATZ (pfui Teufel) für tiefgehende Face-to-Face-Unterhaltungen über wichtige Themen. Über die man vorher auch noch lange und vor allem gründlich nachgedacht hat).
LinkedEdin geht. StumbleUpon geht auch. Ich glaube, es gibt eine Hierarchie von sozialen Medien. Ich vermute, dass sich die intellektuelle Elite eher bei LinekdEdin oder StumbleUpon herumtreibt - wenn überhaupt. Xing ist für junge Karrieristen, pfui Teufel und Facebook, naja, also Facebook sind einfach die Proleten der Social Media Szene. Ähm, das stimmt wirklich. Ich habe das ausgewertet. Zu den Hypezeiten von Guttenberg fanden die meisten Facebooker das alles total überzogen und wollten Guttenberg behalten. Bei Twitter dagegen war eine deutliche Front gegen den Baron zu lesen mit oft übrigens hohem Unterhaltungswert.

Das tue ich auch gerne
Ich muss zugeben ich bin in beiden, gucke aber noch öfter in Facebook. Nun ist es heraus. Ich bin eine von den Leichtfertigen und Oberflächlichen. Nun aber zurück zur Gefahr. Da habe ich noch nie konkrete Hinweise bekommen. In meinem Bekanntenkreis werden dann sofort Söhne, Freunde von Söhnen oder gar Enkel zitiert, die GEWARNT haben vor der Nutzung von Facebook. Warum frage ich vorsichtig? Ja, ähm, also weil da alles gespeichert wird. Und das ist nicht gut. Warum? Weil, also wenn man dann später…, oder Weil, wenn dann später ein Personalchef… In unserem Alter? Da brauchen wir doch nur das Geburtstdatum und das Foto zu verbergen. Ja, aber das ist einfach nicht gut. Man weiß einfach nicht, wer dann Zugang zu meinen Daten hat. Man muss da sehr, sehr vorsichtig sein. Auch die Banken wissen dann…. Oder die Onlinekaufhäuser… Oder die Schufa… Oder die Handyanbieter… Guck mal, auch Amazon schickt Dir doch immer Angebote, die sich daran orientieren, was Du bestellt hast. Die speichern das (na sowas!) und dann machen sie daraus ein Profil und bieten dir dann eben… Genau, das ist einer der Services von Amazon, der mich wirklich freut. Ich kenne niemandem, der mir so kluge und interessante Angebote macht wie Amazon. Aber, Janine, die machen das doch nur, weil sie Geld verdienen wollen! Upps, darüber hatte ich so noch gar nicht nachgedacht. Stimmt. Da bin ich denen doch auf den Leim gegangen! So leicht geht´s.
So richtig leuchtet mir das alles aber noch nicht ein. Und ich habe den Verdacht, dass es auch den Kritikern nicht ganz einleuchtet. Vorsicht, vorsicht, sagte neulich ein Herr in meinem Alter. Vorsicht vor Facebook! Die Menschen bekommen dann auch so einen Gesichtsausdruck, als haben sie gerade den Geheimbericht des Mossad aufgedeckt. Warum Vorsicht, frage ich? Da hat doch jemand neulich versucht, sich von Facebook abzumelden und er dachte, dann sei alles gelöscht (Anfänger, denke ich mir! Das passiert ja selbst auf meinem heimischen Rechner nicht.) Und, der ältere Herr beugt sich zu mir und spricht mit leiserer Stimme: Er musste dann feststellen, dass es noch 8 Seiten (acht in Worten) über ihn gab, die nicht gelöscht waren! Entsetzen in den Gesichtern der Umstehenden.
Na und, denke ich mir? Nun gut, es gibt Beiträge, vor allem von jungen Damen oder Herren, von denen ich annehme, dass es ihnen in 20 Jahren nicht mehr so angenehm ist, wenn diese gespeichert sind. Und, ja, man kann politische Einstellungen, künstlerische Vorlieben oder auch Interessen für Bücher, Musik oder Filme dort für die Ewigkeit speichern. Und, ja, es stimmt, es wäre mir peinlich, wenn jemand wüsste, dass ich Cornelia Froboess´ (damals Conny) Lied “Pack die Badehose ein…” mal total toll fand. Oder auch Filme mit Heinz Rühmann, in denen er als Papi und eine Mami mit einem artig gescheitelten 7-jährigen im Cabrio um den Tegernsee fuhren und dabei fröhlich ein Liedchen trällerten. Das wäre total peinlich. Aber gefährlich?
Also ich fass das jetzt mal für alle Geheimdienste dieser Welt, das statistische Landesamt, das Wahlkampfbüro der CDU und der Piratenpartei, den Ottoversand, Lidl, Aldi, Al Jazeera, die Bildzeitung und die Bankenaufsicht plus Schufa und meinen Vermieter zusammen: Ich interessiere mich für Blumen, Katzen, Indien, koreanische und japanische Filme, den arabischen Frühling, Bücher, Thai und chinesisches, französisches und italienisches Essen, schöne Innendekoration und witzige Blogs über Facebookangst. Naja, und das ist jetzt doch etwas peinlich, ich interessiere mich auch für Diäten. Nun müsst ihr nicht alle Daten getrennt speichern und analysieren, Jungs. Der SSI, Mossad und die CIA werden aufatmen.
Ich finde, alles was Angst macht, muss man überwinden. Stürzen wir uns tapfer in Facebook.

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