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Hallo Deutschland

22. Oktober 2008 · 1 Kommentar

Hallo Deutschland,

irgenwie spinnt der Rechner hier in einem wunderschoenen Cybercafe mit Masalatee. Ich kann keinen Titel schreiben, aber wenn ihr Lust habt, dann koennt ihr auch meinen titellosen Bericht aus Mamallapuram, Chennai und jetzt Pondicherry lesen.

Zurueck mach Mamallapuram - wir haben schon so viel erlebt, dass ich gar nicht mehr weiss, was wp war. Vielleicht die wichtigste Information als erstes: Indien ist einfach wunderbar. Vor allem haben wir noch nichts von em erlebt, was in allen Rough Guides und Lonely Plamets etc. beschrieben wird. Die Taxifahrer bzw. Tutukfahrer betruegen uns nicht, die Inder grabschen uns nicht an, nicht mal Henriette, wir werden in den Restaurants nicht uebers Ohr gehauen, kein Haendler rennt zeternd hinter uns her und uns wurde bislang nichts geklaut. Die Inder scheinen mir ueberhaupt sehr gelassen zu sein, so ganz besonders interessieren sie sich eigentlich nicht fuer uns. Nur dass Henriette schon des oefteren gefragt wurde, ob sie meine Tochter sei. Dann lange Diskussion in indisch und dann “adopted?” Und da in Indien inzwischen totales Rauchverbot herrscht “Please inform local police, if you see somebody smoking!” , habe ihc des oefteren mit einer ziemlich schlecht gelaunten jungen Frau zu tun. Wir haben das Problem jetzt so geloest, dass wir uns in dunklen Hauseingaengen herumtreiben, ich mich mit meinem breiten Ruecken vor sie stelle und sie dan schnell ein paar Zuege macht. Wenn das allerdings gesehen wird, dann brechen vor allem Frauen in lautes Gelaechter aus und halten sich vor Entsetzen die Hand vor den Mund. Das bedeutet bestimmt etwas ganz unmanierliches. Das ist Henrie allerdings egal. Mir nicht.

Also in Mamallapuram waren wir in einem typischen sehr schoenen Resort mit einem dicken Zaun, der von Polizei und Ketten gesichert war. Die Raume herrlich in Cottages, das Restaurant unter einem Strohdach, hauptsaechlich europaeische Gaeste und ein wunederbares Schwimmbad. Das Essen so, dass die ehemalige Gattin eines Inders nicht beeindruckt war, aber ma konnte auf chinesisch ausweichen, das schmeckte dann so, wie ich eben auch chinesisch koche. Zum naecgsten Oertchen musst man mit einem Taxui fahren, was Henrie schon doof fand, denn sie wollte abends durch den Ort schlendern, davon hat sie aber nach unserem mittaeglichen Schlendern doch Abstand genommen. Es ist doch alle etwas gewoehnungsbeduerftig am Anfang, vor allem, weil man nach der Literatur etwas misstrauisch und aengstlich   gemacht wurde.

Im Ort haben wir dann pflichtbewusst einen der vielen Tempel angesehen, sehr schoen, wird dokumentiert und allen als Foto zugaenglich gemacht werden. Henrie war nateurlich nach dem ersten Tempel total uebermuedet und musste sich dringend hinsetzen. Auf der Suche nach einem Coffeshop - Dunkin Doughnuts waere ihr am liebsten gewesen, gibt es aber komischerweise in Mamallapuram nicht, sind wir dann einfach in das naechsre Restaurant gegangen, haben alle Warnungen vergessen und haben auf einem herrlichen grossen Palmblatt aus einem Blechcontainer Reis, ein bisschen Chicken Curry und verschieden Soesschen bekommem und jeder eine grosses Glas klaren Wassers aus der Leitung getrunken. Anschlie-end einen wunderbaren indischen Kaffee - in Tamil Nadu, wo wir sind, trinkt der Inder Kaffee und weniger Tee - und haben dafuer dann 150 Rupien bezahlt, was unegfaehr 2,30 Euro entspricht. Wir leben noch und trinken inzwischen, was wir wollen, essen dasmeiste, was die INder auch essen. Es geht uns gut und wir sind nicht krank.

Nach diesem Erlebnis haben wir die Tempel erst mal etwas zurueck gestellt und stattdessen uns etwas schneidern lassen. Henrie hat jetzt hinreissende seidene bunte Sarioberteile und sieht einfach total suess aus. Wenn sie nciht gerade stinkig ist, weil sie nicht rauchen kann. Ich habe mir ebenfalls ein zauberhaftes Gewand machen lassen, mit dem ich so aussehe, naja, ich weurde sagen, wie eben Janine im blassrosa Seidengewand aussieht. Caro, freu Dich, das bekommst Du, passend mit Hose, man nennt das dann ein Salwar Kameez und so etwas ist sihcer zauberhaft, wenn Du mit Gero auf eurer schenen Terrasse spielst. Ich habe nur inzwischen fast 10 Schals, die hier Dupattas heissen und mit der man sehr vieles optisch verschoenern kann. Aus reiner Seide! Wer einen mitgebracht haben will, muss eben meinen Blog lesen und sich melden. Also ein Seidenparadies.

Beim Dinner wurde diese optische Veraenderung von Henrie natuerlich sofort von allen Kellnern bemerkt und kommentiert. “How much did you pay?” Wir teilten es schuechtern mit, weil wir wussten, was kommt. Der Preis wurde in Tamil diskutiert (wusstet ihr, dass die Tamilen oder vielleicht die Inder ueberhaupt sofort in einen Schnellsprechwettbewerb mit den Spaniern eintreten koennten?) und dann kam das peinliche Ergebnis “This is too much. My cousin has a shop and is a beautiful taylor…. And the blouse is not tight enough. Where did you buy it?” Wir sagten es und ernteten vielsagende Blicke. Wir haben uns dann ein bisschen rausgeredet, dass wir es eben so eilig gehabt haetten und wenn wir Ende November weider kaemen… “You go with me, I will show you. Your daughter is a beautiful girl, she needs a good blouse. You adopted her?”

Naja, sie waren trotzdem nett zu uns und ich muss sagen, sie aren nie laestig oder uebergriffig, es war alles total ok. Wir haben dann dort eine sehr nette Frau kennen gelermt, eineSchweizerin, die bis Weihnachten durch Indien reisen wird - herrlich! Viele Gruesse, Daniela!

Ich war nateurlich doch etwas aufgeregt, weil ich ja zu dem Kongress fahren wollte und einen Vortrag haent. Ich sah mich ploetzlich vor einer riesigen Halle mit kompeteten indischen Psychiatern und erzaehle da so ein bisschen. Am Donnerstag fuhren wir also mit einem Taxi nach Chennai - ich erzaehle das, weil es etwas peinlich ist. Henrie und ich haben tatsaechlich zwei Samsonite Koffer und eine riesige Samsonite Tasche und einen schweren Rucksack und eine sehr schwere Tasche mit 20 Buechern mitgenommen.Der arme Fahrer konnte die Dinger kaum tragen und vor allem kaum in seinem Taxi verstauen. Aber es klappte und nachdem wir uns inzwischen an die indishce Fahrweise gewoehnt haben, gng das auch alles gut. Manchmla ist man doch ein bisschen eurpaeisch aengstlich, wenn er ueberholt, waehrend bereits das entgegen kommende Auto sehr nah ist, aber Inder kennen wohl Inder und das klappt immer. Im grossen und unpersoenlichen, aber sehr gepf;egtem Stadthotel (www.saverahotel.com), fall ihr nach Chennai wolltwaren wir wieder in riesigen Zimmern untergebracht und haben die dann bis Montag morgen nicht verlassen.  

Insgesamt war die Tagung einfach wunderbar, extrem interessant, sehr viele sehr nett und kluge Leute kennen gelernt, Kooperationsangebote, viel zu viel und wunderbar gegessen. Und vor allem umgeben von hinreissenden Frauen in unglaublichen Saris - manche zogen sich zweimal am Tag einen anderen Sari an, und diese schoene Hautfarbe und die Haare - also, man wird zur Rassistin, wenn ich das nicht schon vorher gewesen waere. Und ich selbst dann mit blasslicher Haut, duennen blassroten Haaren - man wuenschte sich schon, etwas mehr von den Inderinnen zu haben. Etwas war sehr komisch: Wenn ich in Deutschland in einer grossen Menschenmenge Henrie wsuche, dann ist sie immer leicht zu indetifizieren mit ihren Haaren. Hier wahrend des Kongresses musste ihc sie staenidg suchen und sprach immer fremde Frauen an. Sie faellt dort ueberhaupt nicht aus, fuehlt sich extrem zuhause, nur dass angenommen wird, dass sie aufgrund ihrer hellen Hautafarbe aus dem Norden kommt, was sie ja auch tut: Gujarat.

:eoder will jetzt das Cybercafe schliesen - aus Pondicherry (wunderschoen) schreibe ihc morgen und ueber die Konferenz gibt es einen gesonderten Bericht unter der Rubrik Psychoedukation. Jetzt kann ihc auhc die Tippfehler nicht mehr eliminieren, ihc hoffe, man kann es lesen und morgen ziehen wir aus einem serh gesichtslosen Hotel www.annamalai.com in das muslimische Viertel von Pondy, wie der Eingeweihte sagt www.swades-guesthouse.com

Ich habe gesurft und weiss, dass es in Berlin nur 10 Grad hat. Super. Hier ist es angenehm warm und es herrscht nach wie vor Mosnum, regnet also viel, macht aber nichts. Jetzt gehen wir zu Madame Shanti essen> Oben auf dem Dach, Strohdach ueber uns, chinesisch-franzoesisch-indische Kueche (panasiatisch wurde Noll schimpfen) und MAN DARF RAUCHEN!

Viele Gruesse an alle und bis bald

Janine

Thema: Indien-Reise oder Reisen 60+

Es gibt Ein Kommentar zu diesem Artikel ↓

  • 1 Ursula Brand antwortete am 22. Oktober 2008 um 19:50 Uhr

    Liebe Janin, habe mich sehr über Ihren Bricht gefreut! Alles gut und treffend beschrieben, bes. das schnelle Sprechen der Inder. Bei Einkaeufen, die ich alleine machte, hatte ich angeblich auch immer viel zu teuer eingekauft,so dass ich dieses Jahr erst gar nicht alleine in die stadt gelassen wurde! Ich bin so gespannt auf den Bericht vom Kongress.
    Wünsche Ihnen, dass alles weiter so gut laeuft.
    Gruß U. B.

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