Liebe Fangemeinde,
ich habe böse Nachfragen erhalten, warum ich diesmal nicht aus Indien berichte. Das ist einfach zu erklären: Statt nach Indien zu fahren, musste ich einen Zwischenstopp im Krankenhaus einlegen. Nichts Schlimmes, nur lästig und lange Zeit schmerzhaft, aber nun behoben. Nur dann war es zu spät und dann kamen Verpflichtungen und jetzt ist es schon März und Temperaturen über 35 Grad bekommen mir nicht mehr. Indien ist aber nur aufgeschoben - ich freue mich schon auf Pondicherry, aber will auch mal Königstiger in Madhya Pradesh anschauen oder in Tamil Nadu in einer Frauenkooperative den Frauen die Mediation nahebringen. Sie waren sehr enttäuscht, dass ich letztes Jahr nicht gekommen bin. Und dann muss ich auch noch dringend nach Laos oder Kambodscha, um dort Mönchen Englisch beizubringen und auf die Andamanen, um die alten britischen Gefängnisse anzusehen… Ich habe also viele Pläne.
Aber um mir vor dem schönen Berliner Sommer noch etwas zu gönnen, fahre ich Ende Februar erst mal nach Südfrankreich, genau gesagt ins Languedoc-Roussillon und noch genauer nach Uzès. Uzès ist mit seinen 9000 Einwohnern nicht etwa ein Dorf, sondern die kleinste Stadt von Frankreich, wie mir meine empörte Landlady mitteilte, als ich fragte, ob es denn im Winter auf dem Dorf auch geöffnete Geschäfte und Restaurants gäbe. Gibt es und nicht nur, das, sondern “wir” haben dort auch einen Markt, auf dem es alles gibt, was mein Herzen erfreut und ein Kino, was mich nicht minder freut. Und in diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Uzès die Stadt des Knoblauchs, der Trüffel und der “Bonbons Haribo” (wird “Aribo” ausgesprochen) ist. Warum dort eine Haribofabrik ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht sind das die Folgen der Globalisierung und die Haribobesitzer haben arbeitslose Ardèchebauern in Wellblechhütten zusammengefasst und zwingen sie zu Tropical-Fruit-Fabrikation unter mörderischen Arbeitsbedingungen und zu Dumpinglöhnen. Falls Tropical Fruit von Haribo kommt, was ich sehr begrüßen würde, denn vielleicht bekommt man sie dort günstiger im Haribo-Outlet. Obwohl ich selbstverständlich mörderische Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne verurteile.
Bei dieser kleineren Exkursion werde ich Nacktscanner vermeiden und mich langsam mit dem Auto mit Zwischenstop bei süßen Kindern in Richtung Südfrankreich von Bip zu Bip bewegen. Wer nicht weiß, was ein Bip ist, hat nicht wirklich gelebt. Ein Blick in den Guide Michelin und man sieht, wo in Frankreich Restaurants sind, in denen es zu erträglichen Preisen ganz wunderbares Essen gibt. Erstaunlicherweise gibt es sogar Bips im deutschen Guide, wenn auch nicht so viele wie in Frankreich. Was aber wieder nicht erstaunlich ist, wenn man weiß, was in deutschen einfachen Restaurants als bodenständige Küche angeboten wird.
Über Tipps für Frankreichreisen freue ich mich sehr. Indien bleibt aber weiter im Fokus.
Bis bald.

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