Janine/ Januar 17, 2013/ Alle Artikel

04_LesenEs gibt so Bücher. Man setzt sich hin, schaut die noch nicht gelesenen Bücher durch und greift etwas unschlüssig zu einem Buch, dessen Titel man schön findet. In meinem Fall war es

Richard C. Morris: Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef“

Nun, ich hätte das Buch nicht abends beginnen sollen. Denn ich konnte nicht aufhören, immer weiterzulesen, wie der kleine Hassan von seiner wunderbaren pakistanisch-gujaratischen Familie erzählt, in der vom Großvater an alle kochen. Großvater beginnt mit einem kleinen Kochstand, der immer größer wird, und richtet dann noch einen fliegenden Handel mit leckerem Fettgebackenen für die Taxiwallahs ein. Dann übernimmt Papa und schafft es bis zu einem Bollywood-Restaurant mit glitzernder Discokugel in Mumbai. Es wird gebraten und sautiert, das Fett spritzt, Samoussas werden in Fett ausgebraten, Blumenkohl mit Masalagewürzen geschmort, es gibt frischen Fisch mit Garnelen in scharfer roter Sauce aus Goa, Hühnchen mit Cardamom und Kreuzkümmel und der kleine Hassan weiß, dass es einen Ort gibt, an dem er glücklich ist: Vor einer großen schwarzen Pfanne mit spritzendem Fett.

Natürlich schlief ich erst nachts um 3 Uhr ein, weil ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte.

Der kleine indische Küchenchef  wird Sternechef in Paris!

crudite-iStock_000013432824Small

Es passiert dann ganz viel und über die schönsten Schwierigkeiten in der französischen Provinz, wo Hassans diktatorischer dicker Papa sein lautes kitschiges und typisch indisches „Maison Mumbai“ gegenüber dem eleganten sternegekrönten Landgasthof von Madame Mallory eröffnet, landet der kleine Küchenchef dann in Paris.

Ein wunderschönes Buch, man könnte bei Richard C. Morris fast denken, er sei Inder, wenn er die Zeit in Mumbai beschreibt. Gut geschrieben, oft herrlich komisch, manchmal sehr anrührend und vor allem etwas für alle Menschen, die sich für Kochen und Essen interessieren. Nichts für politisch korrekte Esser, sondern  für Menschen, die sich darüber freuen können, wenn sie ein sanft geschmortes Kaninchen mit Zwiebeln und Möhren in Weissweinsud und Rosmarinzweiglein genießen können oder die Blätter einer  frischen gekochten Artischocke in die selbst angerührte Majonnäse mit Zitrone und Knoblauch tunken.

Ich habe sofort beschlossen, dass ich ab jetzt öfter und anders kochen werde!

Es gibt nur ein kleines Problem: Wie verbindet man köstliches Essen mit dem Wunsch, nicht zuzunehmen? Aber auch dafür wird es Lösungen geben. Ich werde berichten. Rezepte kann man dann hier nachlesen.

Bon appétit!

Bildnachweis © Istockphoto/1AndrewHowe

 

1 Kommentar

  1. Liebe Janine,

    Ich teile gern mit Dir die Kalorien, wobei ich gern auf das Kaninchen verzichten werde.
    Leider kann ich von hier aus nicht direkt „liken“.

    Martina

Hinterlasse eine Kommentar