Janine/ Mai 21, 2018/ Alle Artikel, Alter

Buch beendet, neues Buch beginnen – herrlich!

Kennt ihr das? Den letzten Text fünf mal durchgelesen, immer wieder Fehler entdeckt, immer wieder etwas geändert und dann, was soll´s. Es muss weg. Sollen doch die Anderen Fehler ausmerzen. Dafür bin ich doch nicht da. Aber jetzt fängt die spannende Phase an: Das Thema ist schon klar, auch viele Unterthemen, aber da gibt es immer wieder Aspekte, die ich noch gar nicht berücksichtigt habe. Beim neuen Buch geht es ums Alter. Um meins, aber nicht nur. Habe ich denn überhaupt schon alles berücksichtigt? Sollte ich nicht in der Charité einen Demenztest für mich machen lassen? Wäre auch ein schönes Thema im Buch.

Buch beendet, neues Buch beginnen – herrlich!

Dann noch Besuche bei netten Bestattungsunternehmen, da gibt es ja eine unendliche Vielfalt an Möglichkeiten. Und Friedhöfe ansehen, das habe ich immer schon gern gemacht, bin früher mit meinen Kindern im Kinderwagen auf Friedhöfen spazieren gegangen. Kein Geschrei, viel Grün und herrliche Ruhe, man hörte sogar die Vögel. Kein vernünftiger Vogel würde sich in die Nähe eines Spielplatzes begeben, da ist viel zu viel Geschrei von den Kinder und natürlich auch den Müttern. Kann man eigentlich auf einem Friedhof beerdigt werden, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist – aus Überzeugung? Muss ein Pfarrer anwesend sein? Oder vielleicht eher eine Pfarrerin? Wie ist das mit Seebestattung oder mit dem Vergraben meiner Urne in einem schönen Wald? Muss das Brandenburg sein oder kann ich mir auch einen schönen Ort im Bergischen Land aussuchen, in dem ich immerhin fast 15 Jahre meines Lebens verbracht habe? „Im Schatten der Eiche, wo die Wiege mir stand… “ Lalala… Wer es nicht wissen sollte, das ist unser Bergisches Heimatland, das ich in der Schule immer sehr gern und sehr laut gesungen habe. Muss ich alles recherchieren.

Buch beendet, neues Buch beginnen – herrlich!

Frank Schätzing hat gesagt, das Schönste am Schreiben sei das Recherchieren vorher. Stimmt. Ich finde zwar Frank Schätzings Bücher sehr, sehr langweilig; habe mal eins angefangen, aber schnell wieder weggelegt. Nicht, dass ich falsch verstanden werde. Ich habe größte Hochachtung vor seinem Erfolg, vor allem seinem ökonomischen Erfolg. Den hätte ich sehr, sehr gern. Aber lesen möchte ich sie Bücher nicht. Aber mit dem Spaß am recherchieren hat er Recht. Was mich aber von Frank Schätzung – unter anderem – unterscheidet, ist die Tatsache, dass er das meiste als Desk Research betreiben kann, also an seinem Schreibtisch. Obwohl er sicher für sein Scharon-Buch auch mal in Israel war. Aber ein Buch über Friedhöfe gibt mir kein sicheres Gefühl für einen schönen Friedhof. Und die Tatsache, dass es inzwischen in einigen Städten türkische Altersheime gibt, lässt mich zwar vermuten, aber nicht sicher sein, dass es dort statt gekochte Möhrchen mit Salzkartoffeln herrliches türkisches Essen gibt. Gibt es eigentlich auch Altersheime für Thais? Wäre unter kulinarischen Gesichtspunkten auch schön. Ich muss zur Recherche dorthin!

Buch beendet, neues Buch beginnen – herrlich!

Da kommen wir dann gleich zu dem schwierigsten Thema. Ich habe jetzt einen Rollator. Nein, das ist kein Witz. Zwar auch einen Fritzstock (benannt nach dem Alten Fritz) mit silbernem Griff. Das Silber ist natürlich nicht echt. Sieht aber gut aus. Aber längere Strecken gehen nur noch mit dem Rollator. Und auch das tut noch weh. Jeder Besuch, um ein authentisches Bild von Friedhöfen, Bestattungsunternehmen, Pflegestützpunkten oder Sargoptionen zu erhalten, dauert und ist nicht einfach. Mit dem Rollator aus dem Haus (geht, weil ich einen riesigen Fahrstuhl habe), dann über Kopfsteinpflaster (Hubbelt unangenehm und tut weh() zum Auto. Nicht immer ist es einfach, wenn jemand dicht neben meinem Auto geparkt hat. Dann den Rollator zusammenfalten und ins Auto heben. Ich bin schon total erschöpft, wenn ich am Steuer sitze. Fahren ist natürlich unkompliziert, vor allem, wenn man einen Automatikwagen fährt. Am Ziel angekommen fängt das Theater wieder an…

Buch beendet, neues Buch beginnen – herrlich!

Aber wie auch immer, das neue Buch und damit eine herrliche Zeit des Suchens, des Zusammenstellen, des Nachdenkens, des Schreibens, des wieder Verwerfens… Es macht einfach Spaß. Ich freue mich jetzt auf die nächsten Monate.

Und dann noch eine Vorschau: Nächste Woche fahre ich zum Deutschen Seniorentag in Dortmund. Endlich bin ich alt genug, um daran teilnehmen zu dürfen. -:)