Janine/ April 9, 2014/ Alle Artikel

kleine-oma-158-151Exposé-Schreiben ist nicht schön!

Die Buchidee ist da, die ersten Seiten fertig, eigentlich ist das Buch – fast – schon geschrieben. Aber nun muss alles, was ich im Kopf habe in so ein kleines strukturiertes Exposé. Scheusslich. Schreiben ist schön, aber Exposé-Schreiben ist nicht schön! Wenn ich das, was ich über 300 Seiten erzählen möchte in 3 Seiten quetschen könnte, dann würde ich ja kein Buch schreiben wollen, oder? Aber das verlangt so ein Verlag. Oder das verlangt meine Literaturagentin. Sie ist eine sehr nette Literaturagentin und ohne sie wären meine Bücher auch nicht sofort bei schönen Verlagen gelandet. Aber dennoch besteht sie auf einem Exposé. Der Fairness halber muss ich sagen, dass sie auch beim Exposé hilft. Sie bessert nach und hat mir auch schon viele gute Tipps gegeben.

Exposé-Schreiben ist nicht schön!

Fragt bloß nicht andere Menschen, was in so ein Exposé hineingehört. Natürlich war ich beim ersten Exposé im Internet und habe kiloweise Anleitungen für Exposés heruntergeladen. Ich bin all diesen Exposé-Experte/innen sehr dankbar, dass sie so großzügig ihr Wissen ins www stellen. Aber Klarheit gibt das auch nicht. Schon die Anzahl der Seiten differiert: Einige empfehlen maximal 20 Seiten, andere wiederum gehen von mindestens 50 Seiten aus und dann las ich vor einiger Zeit einen Tipp, dass Verlage niemals mehr als 3 Seiten wollten. Als oft unsicherer Mensch habe ich auch immer wieder Freund/innen gefragt und war dann nach den Antworten entsprechend verunsichert. Was ist jetzt richtig? Die beste Empfehlung ist: Eine Literaturagentin! Die weiß es genau und was ich falsch mache, verbessert sie. Als Richtlinie kann ich nur empfehlen:

1. Das Buch: Worum geht es? Weshalb ist es wichtig?gartenzwerge-160-120

2. Konkurrenzsituation: Welche Bücher zu dem Thema gibt es noch?

3. Zielgruppe: Für wen kann das Buch interessant sein?

4. Weshalb bis du als Autorin überhaupt kompetent, so ein Buch zu schreiben? z.B. Fachkenntnis, Betroffenheit, andere Bücher…

5. Welche Marketingkanäle stehen dir offen? z.B. Klienten, Vorträge, Verbände…

5. Übersicht über die einzelnen Kapitel, Struktur des Buchs

6. 20 bis 30 Textseiten als Leseprobe

Das gilt natürlich besonders für Sach- und Fachbücher, an Fiction habe ich mich bislang noch nicht getraut. Kommt aber auch.

Exposé-Schreiben ist nicht schön!

sandwich-160-120Und noch ein Tipp: Denkt nicht an die Verkaufszahlen beim Schreiben bzw. beim Buchkonzept. Es soll Menschen geben, die ihr Buchthema danach ausrichten, was zur Zeit gefragt ist oder was gut über den Ladentisch geht. Lasst es! Es wird nicht funktionieren oder es müssen schon sehr versierte und abgebrühte Autor/innen sein, die das schaffen. Aber viel wichtiger: Ihr schreibt doch sechs bis 12 Monate an so einem Buch – oder viel, viel länger, und dann sollte es doch etwas sein, was euch wirklich interessiert! Immerhin: Schreiben ist schön und sollte doch in all dieser Zeit auch schön bleiben. Gibt es etwas Schöneres als Schreiben? Lesen vielleicht? Also. Jetzt also nur noch schnell das blöde Exposé, dann geht es ans Schreiben. Und das ist dann wieder schön.

 

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