Janine/ Februar 11, 2014/ Alle Artikel

spinat-160-120Im Ayurvedaresort: Zungenschaber und Kürbismasala 

Eine kleine Kostprobe aus meinem Buch „No problem, madam! Mit 60 auf Abenteuerreise in Indien“: Das Mittagessen nehmen wir im Ayurvedaresort natürlich gemeinsam ein. Und am Wochenende, wenn auch rundliche Inderinnen etwas für ihre Schönheit tun wollen, muss ich mich sogar an einen Tisch mit den deutschen Ayurvedaschülerinnen setzen. Zwölf Personen sitzen um einen Tisch, zehn Frauen im Alter von 45 bis 66 und zwei Männer im gleichen Alter. Im Hintergrund bauen freundliche und lautlose indische Kellner das vegetarische Buffet auf. Kräutertee und warmes Ingwerwasser werden ausgeschenkt. Alle Personen tragen züchtige dunkelgrüne Roben, die nach der Ölmassage, dem zentralen Treatment des Tages, angezogen werden müssen. Auf dem Kopf tragen alle, bis auf den kahlen Manfred, ein beiges Kopftuch, das auf dem Hinterkopf mit einem Zipfel zusammen gebunden ist. Alle strahlen eine innere Reinheit aus, die immer noch leicht ölig glänzenden Gesichter blicken friedlich und entspannt. „Es fühlt sich einfach so gut an“, sagte Beate aus Pforzheim und lächelt friedvoll. „Ich merke, dass ich innerlich viel gelöster bin als noch vor einer Woche.
„Das geht mir genau so“, sagt Dagmar aus Luzern. „Ich hatte solche Kopfschmerzen, als ich her kam und auch so einen innere Nervosität. Und jetzt fühle ich mich viel leichter.“ Ich nehme noch etwas von dem Kürbis Garam Masala.
„Das tägliche Yoga tut mir sehr gut“, sagt Beate aus Ulm. „Ich glaube, bei mir hat sich innerlich ein Knoten gelöst. Ich mache ja in Ulm auch immer schon Yoga, aber hier ist das mit dem Yogateacher doch etwas anderes.“ „Hier spielt eben einfach das Spirituelle eine große Rolle“, sagt Ute, die auch aus Ulm ist. „Das ist ja nicht einfach so Gymnastik, die innere Einstellung ist hier ganz wichtig. Er kann das unheimlich gut vermitteln. Ist euch aufgefallen, welche Gelassenheit er ausstrahlt“?
Alle nicken und denken eine Weile schweigend an die innere Gelassenheit des Yogateachers.

Im Ayurvedaresort: Zungenschaber und Kürbismasala 

„Meine Haare fallen gar nicht mehr aus“, sagt Gisela aus Aschaffenburg.
„Meine auch nicht mehr“, sagt der hagere Manfred aus Heidenheim verschmitzt und streicht sich über seine ölige Glatze. Alle kichern mädchenhaft.
„Das ist nicht komisch, wenn einem die Haare ausfallen“, sagt Gisela, die es nicht mag, wenn man ihr ins Wort fällt. Alle wenden sich ihr wieder zu. „Ich leide schon seit Jahren darunter. Und nun hat Dr. Manosh mir ein Kokosöl gegeben, das ich vorsichtig auf die Stirn und auf den Kopf klopfen soll, das hat mir wirklich geholfen.
„Das Kokosöl hat er mir auch verschrieben“, ruft Ulrike aus Detmold. „Er meint, dann sind die Haare nicht mehr so strohig“.
 Gisela wirft ihr einen vernichtenden Blick zu. „Nein, das ist nicht das gleiche. Für mich hat er ein ganz besonderes Kokosöl verschrieben, er hat das selbst zusammenstellen lassen, da sind auch noch ein paar andere Wirkstoffe drin. Mein Haarausfall ist nämlich eine ganz ungewöhnliche Erscheinung. Das liegt daran, dass ich so sensibel bin, ich nehme mir immer alles gleich so zu Herzen“. Alle nicken nachdenklich. Das mit der Sensibilität kennen sie alle.
 „Wollt ihr mal sehen?“ fragt Gisela und nimmt ihr Kopftuch ab. Sie zieht ihre Haare auseinander, beugt sich vor und weist auf ihre Kopfhaut. „Seht ihr? Da sind gar keine Lücken mehr.“ Eine ihrer dünnen grauen Strähnen hängt gefährlich dicht über dem Blumenkohlcurry. Alle beugen sich vor und betrachten Giselas Kopfhaut. Stimmt, besondere Lücken sind nicht zu erkennen, es ist alles gleichmäßig dünn. Wieder nachdenkliches Schweigen.Gurkengemüse-160-120

„Ich finde es so scheußlich, dass man das Öl nicht gleich abwaschen kann“, sage ich (aus Berlin). Das fühlt sich so unangenehm an. Und es stinkt“. Alle Blicke richten sich auf mich. Schweigen. „Aber das Öl muss doch noch einwirken“, sagt schließlich Margit aus Weilheim. „Das ist doch das Wichtigste. Es muss doch noch eine Weile nachwirken. Erst dann entfaltet es seine medizinische Wirkung. Ich glaube, Du musst noch an Deiner inneren Ruhe arbeiten. Ich habe Dich auch noch nie beim Yoga gesehen“. Alle nicken. Ich blicke beschämt auf meinen Teller mit Gemüseraita.
„Ich finde den Geruch wunderbar, er tut mir so gut“, sagt Barbara aus Pforzheim. Die Pforzheimer sind als Gruppe gekommen. „Es hat sich auch schon auf meine Nasennebenhöhlen positiv ausgewirkt“.
„Da hilft ja auch die morgendliche Nasenspülung so sehr, ich liebe sie. Ich bin hinterher immer völlig klar im Kopf. Keine Müdigkeit, nichts“, sagt Dagmar.
„Ich habe eine gute Internetadresse, bei der man Nasenspülkännchen kaufen kann“, sagt Barbara aus München.
„Auch Zungenschaber?“ fragt Margit.
„Klar, und bei dieser Firma ist alles frisch und neu, man kauft wirklich gute ayurvedische Produkte“. „Alles frisch?“ frage ich. „Gibt es denn auch Firmen, die gebrauchte Zungenschaber anbieten?“ Ich ernte einen vorwurfsvollen Blick von Barbara.
„Nein, aber ganz frische Ayurvedamedizin und Tees.”

Janine-Winter-350Im Ayurvedaresort: Zungenschaber und Kürbismasala 

„Aber wozu braucht man eigentlich einen Zungenschaber?“ frage ich. Ich muss doch mal ein bisschen Stimmung in die Runde bringen. Alle Blicke wenden sich mir zu.
„Hast Du denn am Anfang keine Zungendiagnose gemacht? Das macht Dr. Manosh doch bei allen. Das ist total wichtig“, sagt Barbara. Sie wendet sich wieder den anderen zu. „Als ich hierher kam, hatte ich so eine gelblich-schleimige Zunge, das hat Dr. Manosh sofort gesehen. Aber jetzt ist sie richtig rosa und gesund. Sehr ihr das?“ Barbara streckt ihre Zunge raus. Alle betrachten interessiert Barbaras Zunge. „Meine Zunge hatte anfangs so einen grauen, flockigen Belag, das war auch nicht gut, aber jetzt ist es auch besser“, ruft Gisela und zeigt allen ihre Zunge. Jetzt strecken alle ihre Zungen weit heraus und geben sie zur Betrachtung frei. Alle kommentieren alle Zungen. Ich konzentriere mich auf meinen Spinat mit Paneer.
„Und wie ist das bei Dir?“ werde ich von Beate gefragt.

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