Janine/ April 7, 2018/ Alle Artikel, Alter, Genuss, Pflanzen

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Es geht wieder los und ich bin glücklich. Obwohl ich ja sonst nicht viel Anlass fürs Glücklichsein habe. Der Fuss tut weh, das Bein tut weh, die Hüfte tut weh. Ich Arme. Aber nun gibt es ja viel zu tun auf der Terrasse. Dieses Jahr steht im Zeichen der Erneuerung. Die alten Pflanzen mussten raus: Der Lavendel in drei Töpfen war vertrocknet, vor allem hatte ich ihn die letzten Jahr nicht richtig geschnitten, inzwischen waren die Zweige verholzt und so dick wie wie Finger zusammen. Nicht schön. Die Pflanzen wurden auch im letzten Sommer nur leicht blau und vor allem grau. Also weg damit. Das Death Cleaning muss ja nicht nur auf die Wohnung bezogen werden, auch auf der Terrasse darf es stattfinden. 

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Ihr wisst noch nicht, was Death Cleaning ist? Ihr könnt es Euch vorstellen? Ja, genau das ist es, aber da kommt noch einmal eine Beitrag von mir. Die unwilligen Rosen bin ich auch los geworden, wer nicht blüht, wie ich es mir wünsche, muss ja nicht bei mir bleiben. Natürlich geht bei mir nichts ohne sorgfältige Planung, also zumindest immer das, was ästhetischen Ansprüchen genügen soll. Welche Farbe? Ein Wand in meiner Wohnung ist rot, und zwar ein Gelbstichiges Rot, alles Blaustichige entfällt also. Oder zumindest hoffe ich, dass ich um blaustichig rote Pflanzen herumkomme. 

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Zwei Tage surfen im Internet, und jetzt ist die Entscheidung gefallen. Zunächst zwei Hainbuchen für die ganz riesigen Töpfe. Warum Hainbuchen? Ausser, weil sie einfach wunderschön sind? Weil es so ein schönes hellgrünes Laub gibt und weil ich aufgewachsen bin unter Buchen, weshalb unser Haus auch Buchenwinkel hieß. Gut, die Buche waren ein bisschen größer, meine Geschwister und ich hätten Schwierigkeiten gehabt, mit ausgestreckten Armen um die Stämme herumzukommen. Die waren vermutlich auch über 100 Jahre alt. Aber auch eine Hainbuche fängt klein an. Und da ich weder insgesamt noch von jetzt an gezählt die 100 erreichen werde, werden meine Hainbuchen genau die richtige Größe erreichen. Eine hat sich schon – sozusagen als Samen auf meine Terrasse geweht – bei mir eingerichtet. Letztes Jahr musste ich sie oben abschneiden, weil sie bereits über zwei m hoch war. Stattdessen soll sie doch schön in die Breite gehen. Niemand soll glauben, dass es einfach ist, eine schöne Hainbuche zu kaufen. Es gibt viele, viele Angebote für Pfennigbeträge für Hainbuchen – Heckenware! Ich will keine Heckenware, sondern eine schöne langsam wachsende Einzelhainbuche – der lateinische Name übrigens Carpinus betulus Frans Fontaine. Überhaupt hat diese Baum- und Pflanzenschule sehr schön Pflanzen: www.garten-von-ehren.de (nein, ich bekomme keine Provision. Leider.)

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Und jetzt die Kartoffelrosen. Gebt zu, keine von Euch weiß, was Kartoffelrosen sind. Aber wer eher ländlich aufgewachsen ist wie ich, ist an zahllosen Wiesen vorbeigegangen, an deren Rand üppige, stachelige Kartoffelrosenhecken wuchsen: Rosa oder rote oder weiße Rosen, meistens ungefüllt, die zum Herbst hin wunderbare dicke orangerote Hagebutten entwickelten. Genau das will ich auch, vor allem, weil sie sehr, sehr pflegeleicht sein sollen. Und nach Natur aussehen, was bei manchen Rosenarten nicht der Fall ist. Aber sind sie nicht doch ein bisschen blaustichig? Hm.

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Last but not least, zum Hellgrünen der Hainbuche, dem Roten und Weißen der Kartoffelrose nun der blaue Lavendel. Der richtig Blaue, nicht der lilafarbene. Ich stelle mir das jetzt schon wunderbar vor: Blau, rot, weiß und dazwischen saftige helle Grün. Das wird meinen Sommer schön machen, zumal ich ja viel mehr als noch im letzten Jahr an die Wohnung und die Terrasse gefesselt bin. Hab ich noch nicht erzählt? Alles Tragische, das mir dieses Jahr passiert ist oder das sich in diesem Jahr entwickelt hat? Kaputtes oberes Sprunggelenk, kaputtes unteres Sprunggelenk und ein kaputter Fußwurzelknochen. Alles an einem Fuß. Ich kannte diese Gelenke und Knochen vorher gar nicht. Jeder Schritt tut weh. Ohne Stock geht gar nichts mehr. Über die Hüfte habe ich noch gar nichts erzählt, dabei wollt Ihr das doch sicher alle unbedingt wissen. Aber das ist etwas fürs nächste Mal, wenn ich mal so richtig klagen darf.

Hab ich schon die Kräuter erwähnt? Die müssen jeden Sommer sein. Ein Riesentopf mit Basilikum, meinem bevorzugten Kraut, dann alles andere. Kein Salat ohne eigene Gartenkräuter.

Kartoffelrosen und Lavendel – die Pflanzen fürs Alter

Heute ist erst mal Sommerterrassenfreude angesagt. Aber es ist mehr eine Vorfreude, denn die Pflanzen kommen erst nächste Woche per Post und dann muss noch er wunderbare junge Mann kommen, der mir das alles schön einpflanzt. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die größte Freude. Finde ich zwar nicht, weil ich gern die Freude jetzt sofort unmittelbar hätte. Aber ich muss jetzt Geduld zeigen, etwas , von der ich wenig besitze.

Aber es gibt ja immer noch die Freude des Schreibens. Das müsst Ihr ertragen.

Übrigens: Wer meine Posts nicht mehr haben möchte, sollte mir einfach eine kleine Email mit „Will ich nicht mehr“ schicken. an jbpeer@icloud.com

Und, nein, ich komme nicht von Cambridge Analytica.

 

 

Hinterlasse eine Kommentar