Janine/ April 23, 2013/ Alle Artikel

spiral-weiss-160-120Wer will mein Buch lesen?

Gleich nach Tag 1 habe ich mich schon nicht mehr an die Ratschläge von Atchity gehalten: Es ist jetzt ein paar Tage her und ich habe noch nicht weitergeschrieben. Schon schlecht. Und es ist auch genau das passiert, was ich ebenfalls meinen Klienten sage: Nach dem ersten Tag, an dem ich die Disziplin nicht eingehalten hat, habe ich am nächsten Tag nicht weitergeschrieben. Warum nicht? Einfach, weil die Disziplin durchbrochen wurde. Und die Regemäßigkeit. Das Ritual des morgendlichen Schreibens. Und das hatte bei mir Folgen. Plötzlich habe ich daran gezweifelt, ob ich überhaupt schreiben kann oder soll. Und diese Selbstzweifel haben mich gehemmt. Ich lag auf dem Sofa und habe gegrübelt. Kannst Du schreiben? Hast Du etwas zu sagen? Interessiert das irgendeine Person? Stattdessen habe ich Pflanzen gekauft, alten Lavendel auf der Terrasse herausgerissen, Sommerkleider aus dem Keller geholt und überlegt, ob ich das Auto waschen fahren soll. Ihr kennt das, alles Verzögerungstaktiken. Das alles hätte ich auch drei Stunden später tun können. Jetzt sitze ich also wieder am Schreibtisch und tue das, was viele Schreibgurus empfehlen. Ich schreibe mich warm. Ich schreibe einfach, was mich am Schreiben gehindert habe und schon bin ich wieder dabei und stelle fest, es macht Spaß, über die Tastatur des Rechners mit den Fingern zu fliegen und Wörter zu bilden.

Wer will mein Buch lesen? Ich denke über meine Motivation nach.

Und jetzt geht s wieder. Jetzt komme ich wieder zu meinem Guru, Mary Carroll Moore und werde mich an ihr erstes Kapitel machen. montblanc-160-120Kapitel 1: Warum schreiben Sie dieses Buch? Frage 1: Warum schreiben Sie dieses Buch? Schon diese Frage bringt mich ins Grübeln. Warum schreibe ich dieses Buch? Also einmal schreibe ich gern und brauche immer ein Buchprojekt. Aber das hat Mary sicher nicht gemeint. Warum gerade dieses Buch? Vielleicht, weil meine Klienten meine Ratschläge immer hilfreich fanden und ich denke, dass ich die jetzt auch festhalten sollte. Vielleicht auch, weil ich mit diesem Thema in meinem Leben abschließen möchte, aber nicht alles „wegwerfen“ möchte, was ich für andere Menschen nützlich fand. Und weil ich das in einer anderen Form machen möchte, als ich es bei vielen anderen Ratgebern zu diesem Thema gelesen habe. Weil ich denke, es reicht nicht, Ratschläge zu geben und Menschen dann mit ihren Fragen, Zweifeln, Widerständen allein zu lassen. Ich weiß doch selbst, dass zu wissen, was ich tun sollte noch nicht unbedingt dazu motiviert, das auch zu tun. Siehe mein Schreibhemmung! Wir alle wären bessere Menschen, wenn das so einfach wäre. Also, ich möchte meinen potenziellen Lesern auch dabei helfen, ihre Vorhaben umzusetzen, sie ermutigen, auch gegen innere Zweifel und Widerstände ihr Ziel zu erreichen. Sag ich das jetzt mir oder meinen Lesern?

Wer will mein Buch lesen? Was will mein Leser überhaupt wissen?

Frage 2: Was glaubst Du, warum ein Leser dieses Buch lesen möchte? Diese Frage ist einfacher, wenn ich mal überhaupt davon ausgehen sollte, dass jemand mein Buch lesen möchte. Aber meine Selbstzweifel wollte ich ja mal eine zeitlang vergessen. Sie möchten mein Buch lesen, weil sie eine praktikable und sehr detaillierte Anleitung brauchen, wie sie ihr Ziel erreichen können. 11_Ihr LebenObwohl sie nicht unbedingt Lust dazu haben. Obwohl sie Angst vor den Stolperfallen und den Misserfolgen auf dem Weg zum Ziel haben. Obwohl sie von allen Seiten entmutigt werden. Sie wollen Hinweise und Handlungsanleitungen finden. Sie wollen sich verstanden fühlen mit ihren Zweifeln, ihren Fragen, ihrer Sorge, nicht das Richtige zu tun oder mit einem falschen Schritt ihr Ziel zu gefährden. Sie wollen wissen, dass es normal ist, immer wieder vom Weg abzukommen oder sich hinzusetzen oder überhaupt nicht weitergehen zu wollen. Sie wollen Hinweise und Rat auch in Fragen, die vielleicht banal erscheinen mögen, die aber die Verfolgung des eigenen Ziels hemmen können.

Meine Leser wollen wissen, ob ich selbst ausprobiert habe, was ich ihnen rate!

Für meine Leser ist es auch wichtig, dass ich weiß, wovon ich spreche, dass ich das, was ich ihnen empfehle, auch schon ausprobiert habe. Und dass ich vielleicht auch meine Schwierigkeiten damit hatte und Misserfolge erlebt habe. Und dass ich Wege gefunden habe, dese Schwierigkeiten zu überwinden.

Und morgen soll ich überlegen, in welcher Phase meine Leser sind, wenn sie mein Buch als eine Unterstützung empfinden sollen. Und dann geht es um die „äußere“ Geschichte meines Buchs und dann um die „innere“ Geschichte.

Liebe Mary Caroll, wenn ich Deinen Ratschlägen folge, dann ist Schreiben zwar schön, macht aber wirklich sehr viel Arbeit…

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